Die Ascaniade 2010 bricht sämtliche Rekorde!

Wieder einmal habe ich als Schriftwart die Ehre, von der Ascaniade, die diesmal in Bonn ausgetragen wurde, berichten zu dürfen. Und wieder einmal möchte ich es aus meiner ganz persönlichen, wenn auch laienhaften Perspektive tun, denn jeder wird von diesem Ereignis anders verführt und gefesselt. Was die musikalisch anspruchsvolle Interpretation betrifft, verweise ich auf die gesondert abgedruckte Preisträgerrede von Wolfgang Leliveldt.

Für mich war es auch mal wieder ein Familienwochenende. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass wir auch von unserem Töchterlein begleitet wurden. Diesmal mit ihrer Freundin. Das letzte Mal war es anlässlich der Ascaniade in Göttingen bei den Blauen Sängern, wo sie noch als kleines Mädchen beim Bierschleifen geholfen hatte.
Es war der erste Mai und auf dem Weg zum Verbindungshaus konnten wir die zahlreichen „Maien“ bewundern, Birkenbäumchen, die, geschmückt mit bunten Bändern und Liebeserklärungen von den Verehrern ihren Herzallerliebsten „gesteckt“ wurden. Das passte wunderbar in das einladende Jugenstilviertel, in dem sich auch das Haus der Makaren befindet.
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Das Makarenhaus

Beim Wettbewerb staunten wir über die Kurzweiligkeit und auch unsere Jugendlichen waren begeistert. Kein Wunder, bei dem dichten, bunten Blumenstrauß an verschiedenster Musik unterschiedlichster Komponisten aus zahlreichen Epochen, vorgetragen von ganz eigenen Interpreten in den interessantesten Kombinationen.
Bereits der souveräne, warme Ton, den „Gastgeberin“ Pauline Buss aus ihrer Viola entlockte ließ uns ganz warm ums Herz werden.
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Preisträger Buss Zhang
Danach folgte das Konzert der Bratschen. Das Münchner „Duo Fortale“ zeigte, mit wie viel Genuss und Freude diese Instrumente, sonst nur als Begleitinstrumente bekannt, gespielt werden können.
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Preisträge Hefele Schiffl
Als dann die Sopranisstinnen, zart und gefühlvoll vom Flügel begleitet, die Stücke von Mendelssohn und Humperdinck vortrugen, lief mir ein wohliger Schauer über den Rücken und Tränen der Rührung drohten über meine Wangen zu kullern.
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Preisträger VR Franschkowski
Die akustischen Qualitäten des Saales kamen besonders zur Geltung, als die beiden Flügel zum Einsatz kamen. Aggressiv, exakt und strahlend erfüllten sie den Raum. Ein wahres Wechselbad der Eindrücke.
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Preisträger Zhang Wissel
Nach der Pause ging es weiter mit einem Harfen – Violinen – Duett, Gesang, Bratschen und Querflöte und es war wieder interessant, auf welch unterschiedliche Arten die Interpretationen und das Zusammenspiel gelebt und genossen werden können.
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Wettbewerbsteilnehmer Wilke/Hoppe

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Wettbewerbsteilnehmer Juraß/Kusenbach

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Wettbewerbsteilnehmer Pufahl/Banschwitz

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Wettbewerbsteilnehmer Schwartz/Bonitz
Acht Ensembles, das gab es noch nie! Oder waren es zehn? Immer wieder mischte sich von außen ein neuntes Ensemble - die Straßenbahn - oder ein zehntes - das Martinshorn des Krankenwagens - mit ein. Aber die Künstler konnten diese Versuche gekonnt in ihre Darbietungen durch Pausieren oder Überspielen integrieren. An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an die Musiker, die trotz des inzwischen noch schwieriger gewordenen Semesterplans sich zum Teil verbindungsübergreifend zusammengefunden haben, um für den Wettbewerb zu üben. Auch die Anfahrt ist aus Hamburg oder München nicht mal schnell ein Katzensprung. Diese zustande gekommene Vielfalt ist nicht zuletzt auch der ausdauernden Kommunikationsstärke unseres Präsiden Bernd Eitschberger zuzusprechen, der durch seine Nachhaltigkeit die Talente letztlich ins Ziel geführt hat. Die Grundvoraussetzung für ein solch anspruchsvolles Ereignis ist jedoch die hochqualifizierte inhaltliche Vorbereitung, die maßgeblich von Wolfgang Leliveldt umgesetzt wurde. Er wurde in der Jury von Vbr. Prof. Günter Katzenberger und Vbr. Felix Gunkel unterstützt.
Am Abend feierten wir das gesellige Beisammensein mit Liedern und verschiedenen Einlagen. Besonders hervorzuheben ist hier der Chor der Makaren, der durch seinen Schwung und eine große Vielfalt im Repertoire bestach. Noch nachts um drei Uhr war das muntere Singen aus dem Makarenhaus zu hören...
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Der Chor

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Die Sängerkerntruppe
Am Sonntag schließlich wurden die Preise bekannt gegeben und ich war erstaunt, wie treffend Wolfgang Leliveldt meine Eindrücke in sein charmantes Wortgewand hüllen konnte.
Und ich hatte das Gefühl der Bestätigung, dass es bei der Musik nicht darauf ankommt, möglichst schwierige Werke möglichst exakt und möglichst in hohem Tempo zu spielen, sondern vor allem auf den Ausdruck, das gemeinsame Schwingen und die Freude und der Genuss dabei.
Ganz herzlichen Dank an die Makaren unter der Leitung von Pauline Buss – es war ein wunderbar vorbereitetes Event.

Alexander Christ (CLZ)