Wieder einmal habe ich als
Schriftwart die Ehre, von der Ascaniade, die diesmal in
Bonn ausgetragen wurde, berichten zu dürfen. Und wieder
einmal möchte ich es aus meiner ganz persönlichen, wenn
auch laienhaften Perspektive tun, denn jeder wird von
diesem Ereignis anders verführt und gefesselt. Was die
musikalisch anspruchsvolle Interpretation betrifft,
verweise ich auf die gesondert abgedruckte
Preisträgerrede von Wolfgang Leliveldt.
Für mich war es auch mal
wieder ein Familienwochenende. Fünf Jahre ist es jetzt
her, dass wir auch von unserem Töchterlein begleitet
wurden. Diesmal mit ihrer Freundin. Das letzte Mal war
es anlässlich der Ascaniade in Göttingen bei den Blauen
Sängern, wo sie noch als kleines Mädchen beim
Bierschleifen geholfen hatte.
Es war der erste Mai und
auf dem Weg zum Verbindungshaus konnten wir die
zahlreichen „Maien“ bewundern, Birkenbäumchen, die,
geschmückt mit bunten Bändern und Liebeserklärungen von
den Verehrern ihren Herzallerliebsten „gesteckt“
wurden. Das passte wunderbar in das einladende
Jugenstilviertel, in dem sich auch das Haus der Makaren
befindet.
Das
Makarenhaus
Beim Wettbewerb
staunten wir über die Kurzweiligkeit und auch
unsere Jugendlichen waren begeistert. Kein Wunder,
bei dem dichten, bunten Blumenstrauß an
verschiedenster Musik unterschiedlichster
Komponisten aus zahlreichen Epochen, vorgetragen
von ganz eigenen Interpreten in den
interessantesten Kombinationen.
Bereits der souveräne,
warme Ton, den „Gastgeberin“ Pauline Buss aus
ihrer Viola entlockte ließ uns ganz warm ums Herz
werden.
Preisträger Buss
Zhang
Danach folgte das
Konzert der Bratschen. Das Münchner „Duo Fortale“
zeigte, mit wie viel Genuss und Freude diese
Instrumente, sonst nur als Begleitinstrumente
bekannt, gespielt werden können.
Preisträge Hefele
Schiffl
Als dann die
Sopranisstinnen, zart und gefühlvoll vom Flügel
begleitet, die Stücke von Mendelssohn und
Humperdinck vortrugen, lief mir ein wohliger
Schauer über den Rücken und Tränen der Rührung
drohten über meine Wangen zu
kullern.
Preisträger VR
Franschkowski
Die
akustischen Qualitäten des Saales kamen besonders zur
Geltung, als die beiden Flügel zum Einsatz kamen.
Aggressiv, exakt und strahlend erfüllten sie den Raum.
Ein wahres Wechselbad der Eindrücke.
Preisträger Zhang
Wissel
Nach
der Pause ging es weiter mit einem Harfen – Violinen –
Duett, Gesang, Bratschen und Querflöte und es war
wieder interessant, auf welch unterschiedliche Arten
die Interpretationen und das Zusammenspiel gelebt und
genossen werden können. 
Wettbewerbsteilnehmer
Wilke/Hoppe

Wettbewerbsteilnehmer
Juraß/Kusenbach

Wettbewerbsteilnehmer
Pufahl/Banschwitz

Wettbewerbsteilnehmer
Schwartz/Bonitz
Acht
Ensembles, das gab es noch nie! Oder waren es zehn?
Immer wieder mischte sich von außen ein neuntes
Ensemble - die Straßenbahn - oder ein zehntes - das
Martinshorn des Krankenwagens - mit ein. Aber die
Künstler konnten diese Versuche gekonnt in ihre
Darbietungen durch Pausieren oder Überspielen
integrieren. An dieser Stelle einen ganz herzlichen
Dank an die Musiker, die trotz des inzwischen noch
schwieriger gewordenen Semesterplans sich zum Teil
verbindungsübergreifend zusammengefunden haben, um für
den Wettbewerb zu üben. Auch die Anfahrt ist aus
Hamburg oder München nicht mal schnell ein
Katzensprung. Diese zustande gekommene Vielfalt ist
nicht zuletzt auch der ausdauernden
Kommunikationsstärke unseres Präsiden Bernd
Eitschberger zuzusprechen, der durch seine
Nachhaltigkeit die Talente letztlich ins Ziel geführt
hat. Die Grundvoraussetzung für ein solch
anspruchsvolles Ereignis ist jedoch die
hochqualifizierte inhaltliche Vorbereitung, die
maßgeblich von Wolfgang Leliveldt umgesetzt wurde. Er
wurde in der Jury von Vbr. Prof. Günter Katzenberger
und Vbr. Felix Gunkel unterstützt.
Am Abend feierten wir das
gesellige Beisammensein mit Liedern und verschiedenen
Einlagen. Besonders hervorzuheben ist hier der Chor der
Makaren, der durch seinen Schwung und eine große
Vielfalt im Repertoire bestach. Noch nachts um drei Uhr
war das muntere Singen aus dem Makarenhaus zu
hören...
Der Chor

Die
Sängerkerntruppe
Am
Sonntag schließlich wurden die Preise bekannt gegeben
und ich war erstaunt, wie treffend Wolfgang Leliveldt
meine Eindrücke in sein charmantes Wortgewand hüllen
konnte.
Und ich hatte das Gefühl
der Bestätigung, dass es bei der Musik nicht darauf
ankommt, möglichst schwierige Werke möglichst exakt und
möglichst in hohem Tempo zu spielen, sondern vor allem
auf den Ausdruck, das gemeinsame Schwingen und die
Freude und der Genuss dabei.
Ganz herzlichen Dank an die
Makaren unter der Leitung von Pauline Buss – es war ein
wunderbar vorbereitetes Event.
Alexander Christ (CLZ)